Roskilde – Hey hey Wickie hey Wickie hey

Wie im letzten Beitrag bereits erwähnt, machten wir uns von Kopenhagen aus auf den Weg nach Roskilde. Auf direktem Weg braucht man etwa eine halbe Stunde, doch wir möchten das Land erkunden – und die Kinder sollen schlafen. Also fuhren wir in Richtung Norden und Christian zeigte uns die Radstrecke. Wir fuhren immer entlang der Ostsee. Schicke Häuser und Villen mit Klinkersteinen, aber auch hin und wieder ein Fachwerk und selten ein Retdach.

Auf Höhe Espergarde bogen wir nach Westen ab und machten den 1. Stopp beim Slot Fredensborg. Nachdem Jonathan gerade schlief, stiegen nur Valentina und ich aus und schauten uns das Barockschloss, welches die bevorzugte Residenz der Monarchen ist, aus der Nähe an. Die Gartenanlage ist riesig und wäre bestimmt einen Besuch wert, allerdings ist ein Teil davon nur einige Wochen im Sommer für die Öffentlichkeit zugänglich. Und wir wollten ja eh weiter Richtung Westen.

Nächster Halt war Slot Frederiksborg in Hillerod. Es ist eines der größten und bedeutendsten Bauwerke der nordischen Renaissance und erstreckt sich über drei kleine Inseln. Auch zu diesem Schloss gehört ein prächtiger Park dazu, in welchen wir aber nur einen kurzen Blick warfen um festzustellen, dass man dort sicher viel Zeit verbringen könnte. Zeit die wir in diesem Moment leider nicht hatten. Zum einen weil es schon Nachmittag war und wir ja noch einen Campingplatz brauchten, zum anderen zog schon wieder einmal eine dicke Regenwolke auf die zum Glück wartete bis wir im Auto waren. Im Schlossinneren ist ein dänisches nationalhistorisches Museum untergebracht – da sind wir die falsche Zielgruppe.

Weiter ging die Fahrt mit einem Zwischenstopp bei einem Supermarkt zum Campingplatz Roskilde welcher sich als sehr schön und direkt an der Küste entpuppte. Anfangs hatten wir noch Zweifel, ob wir aufgrund des Wetters tatsächlich im VW Bus schlafen. Doch zum Glück hörte der Regen auf und wir konnten sogar das erste Mal in unserer Küche kochen. Es war Valentinas  Wunsch seit Beginn des Urlaubs. Während Christian und ich Essen machten, freundeten sich die Kinder mit den schweizer Nachbarkindern an. Nach dem Abendessen fuhren Valentina und Jonathan noch etwas Radl und wir sind noch näher an das Ufer und genossen die Abendstimmung – soweit das mit zwei Kindern möglich ist.

Nach der Nacht packten wir die Fahrräder aus und planten gleich nach dem Frühstück nach Roskilde zu radeln. Doch – es kamen schwarze Wolken und kurz darauf schüttete es. So machten wir es uns im VW Bus gemütlich und warteten ab.

Kurz vor 12 war es dann soweit, dass wir doch loskamen. Nachdem es jetzt doch schon spät war und wir das wechselhafte Wetter  nicht einschätzen konnten, entschieden wir uns, dass Valentina nicht Radl fuhr sondern sich in den Hänger setzt. Es war eine gute Entscheidung allerdings nicht wegen dem Wetter, sondern wegen dem Höhenprofil. Roskilde ist sehr bergig, ein auf und ab, und v. a. die Domkirche zu der wir wollten liegt ganz oben. Christian kam mit dem Hänger ganz schön ins Schwitzen. Aber es lohnte sich. In der Domkirche sind diverse Könige beerdigt. Nachdem Jonathan im Hänger eingeschlafen war und die Eingangstür zu schmal war, blieb Christian mit ihm draußen. Ich dachte ich komme mit Valentina eh gleich wieder raus. Aber weit gefehlt. Ich wusste ja nicht, dass die sehr kinderfreundlichen Dänen für jeden kleinen Kirchenbesucher eine Bilderralley vorbereitet haben. Und so begaben wir uns auf die Suche der abgebildeten Gegenstände. Nach circa 45 Minuten waren wir fertig! Jetzt kenne ich mich aus. Ich vermute ohne die Aufgabe wären wir nicht so lange drinnen geblieben und ich wüsste nicht so viel über den Dom. Als Belohnung hat Valentina sogar noch eine Postkarte erhalten. Der Eintrittspreis hat sich gelohnt.

Danach liesen wir uns in die Fußgängerzone treiben und suchten ein nettes dänische Lokal auf. Endlich mal nicht Burger. Ich aß sowas wie einen durchgebratenen Schweinebraten mit Kartoffeln und Christian einen Eintopf mit Würstl und Fleisch in Soße.

Danach fuhren wir zum Wikingerschiffmuseum am Hafen. Dort wird gezeigt wie ein Wikingerschiff gebaut wurde und man kann sich in das ein oder andere Schiff reinsetzen. Kinder könnten auch ein kleines Holzschiff bauen. Da das Museum bald schloss entschieden wir am nächsten Tag nochmal hinzufahren.

Nachdem wir am nächsten Tag unser Auto zu einem Auto umgebaut hatten, schauten wir uns die fünf gefundenen Wikingerschiffe an und ein bisschen die Geschichte. Außerdem waren ein paar Spiele aus der damaligen Zeit aufgebaut und ein Kreis-Labyrinth, in welches die Kinder einige Male reingelaufen sind.

Anschließend fuhren wir nach Lejre zu einem Freilichchtmuseum. Man sieht Hütten aus der Eisenzeit, Steinzeit, Mittelalter, Wikingerdorf etc. kann beim Töpfern zuschauen und weben. Auch für die Kinder wäre das ein oder andere zu machen. Valentina hatte aber gerade keine Lust dazu. So hatten wir die Zeit den längeren Spaziergang durch die herrliche Natur zu machen. Vorbei an Wildschweingehegen, über Baumstammbrücken, grasenden Auerochsen, durch die Schafweiden und über Waldwege. Man sieht einen Platz einer Mooropferung und eingerichtetes altes Haus. Das Gelände hat bis 17 Uhr geöffnet, weil wir erst um 14:45 Uhr da waren durfte Valentina umsonst rein. Allerdings war um halb 5 der Kiosk schon geschlossen. Aber das war ja nicht das wichtigste. Wir hatten einen herrlichen Spaziergang in toller Landschaft fast ohne Leute und haben dabei das ein oder andere gelernt. Es schien fast nur die Sonne und regnete nicht! Da blieb nach dem Kochen in der Campingplatzküche (Christian räumte der weilen den Bus auf und um) sogar noch Zeit für einen Abendlauf entlang der Küste. Ich lief bis der Weg zu Ende war und konnte einen herrlichen Sonnenuntergang mit zahlreichen Segelbooten im Vordergrund bewundern.

Morgen geht die Fahrt weiter, aus einer Nacht wurden drei. Wir verlassen unseren liebgewordenen Campingplatz, bei dem es eigene Kindertoiletten und Duschen mit Asterix und Obelix an der Wand gibt (sogar eine Babywanne) und wir vom Stellplatz aus das Meer sehen.

Mal sehen wo es uns morgen festhält.

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