Römö – was macht man hier eigentlich eine Woche?

Ich höre gerade Vorgelzwitschern, Froschquaken, aus der Ferne Kühe muhen und Schafe mähen, während ich auf unserer Terrasse sitze und warte, dass die Kinder aufwachen.

Ein letzter kurzer Morgenspaziergang durch ein paar Stellplatzreihen und dann über die Dünen mit Blick zum Meer liegt hinter mir.  Ich bin alleine. Die Autos am Strand kann man an einer Hand abzählen. Ich ärgere mich ein wenig, dass ich nicht doch einen Wecker für einen Morgenlauf gestellt habe. Aber der Wetterbericht hatte Regen für in der Früh angekündigt. In der Nacht hat es dann tatsächlich geschüttet. Am Campingplatz herrscht noch gähnende Ruhe, ein paar wenige befreien ihre Stühle und Tische von Nässe oder gehen zum Waschhaus. Man traut sich kaum über den Kiesweg zu gehen, das knirschen der Steine ist fast laut in der Stille.

Und genauso ruhig war es die drei Tage hier auf Römö. Nichts los und doch schön bzw. gemütlich hier. So gemütlich, dass wir aus zwei drei Nächte machten. Hätten wir gewusst, dass wir das Auto nicht brauchen, hätten wir vielleicht im VW Bus geschlafen. Aber die Kinder fanden das Häuschen toll, sie beide in einem Zimmer im Stockbett. Wobei sie Doppelbetten noch lieber hatten während der Reise.

Was macht man nun auf dieser 17 km langen und 6 km breiten Insel mit etwa 560 Einwohnern? Unser erster Weg führte uns zum Strand – mit dem Auto und nur zum Schauen! Das ist hier auf Römö ganz normal, auch wenn ich es doch sehr komisch finde. Da ist man im Naturschutzgebiet Wattenmeer und dann fährt man mit dem Auto auf einen Strand. Der Strand ist auf der Insel stellenweise kilometerbreit.

Wir bewegten uns dann doch lieber mit dem Fahrrad, es gibt einen ausgewiesenen Panorama – Fahrradweg, der entlang der Straße zum Hafen mit vielen Fischkuttern führt und durch Dünen, Heidegebiet und Wald wieder zurück. Dabei überqueren wir den zweithöchsten Berg – eine 18m hohe Düne. Wir machten daraus zwei Radeltouren und auch Valentina ist ganz fleißig selbst gefahren. Und wenn sie nicht mehr konnte, kam sie in den Hänger und ihr Rad auf den Hänger. Aber man darf den Wind nicht unterschätzen. Als ich den Hänger gezogen habe, kam der Wind von vorne und ich hatte das Gefühl die 5 Kilometer nehmen kein Ende.

Auch an den Strand sind wir mit dem Fahrrad. Durch die vielen Autos ist dieser so festgefahren, dass man ganz gut vorankommt.

An einem Abend sind wir dann doch auch noch einmal mit dem Auto zum Strand. Es hat nämlich den großen Vorteil, dass man wirklich alles einschließlich Kühlbox, Tische und Stühle dabei hat, und dazu das Auto Schatten spendet. Abendessen bei einem Sonnenuntergang am Meer ist einfach nur herrlich! Noch dazu war es auch um die Uhrzeit noch so warm, dass man ins Wasser konnte. Und wir hatten wirklich Glück, denn die Sonne war ein roter Feuerball.

Natürlich nutzen viele Coole den Strand um Donuts zu machen oder die Motoren aufheulen zu lassen. Am ersten September – Wochenende findet ein Oldtimer-Festival statt, weshalb auch jetzt schon einige sehenswerte Oldtimer da waren und im Laufe der Tage immer mehr wurden. Auch sonst sieht man interessante zu Wohnmobilen umgebaute Fahrzeuge.

Der festgefahrene Sand macht einem den Strandlauf am Morgen einfacher. Wenn man vor 7 am Strand ist, ist der Strand auch noch Autoleer. Wobei es auch um 8 noch nicht so viele sind. Dafür gibt es den ein oder anderen mutigen, bis ans Ende des Autostrandes in weichen Sand auf eine Sandbank zu fahren um ein schnelles frühes Bad nach einer durchschwitzten Nacht zu nehmen. Schnell deshalb um rechtzeitig vor dem Wasser wieder im Auto zu sein. Mein Lauf ging danach sehr einsam weiter mit Ausnahme einer Muschelsammlerin. Nur Meer und Sand vor den Augen, selbst die Dünen waren kaum noch zu sehen. Quallen, Krebse, unzählige verschiedene Muscheln und Möwen konnte man sehen.

Wenn man Essen möchte muss man sich gut überlegen, wann man das macht. Der Hot-Dog-Stand am Strand macht um 18 Uhr zu, das Lokal vor dem Campingplatz um 20:30 Uhr. Aber der Supermarkt hat bis 21 Uhr offen, die Eisdiele mit selbstgemachten Waffeln und der Selbstbedienungsteil von dem Restaurant auch.

Heute geht es nun wieder Richtung Süden. Mittlerweile ist auch die Sonne wieder da.

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