Heimreise

Nun stand der Heimflug bevor. Es war nicht weiter spektakulär. Wir fuhren vom Hotel so pünktlich los, dass uns der morgendliche Berufsverkehr-Stau nicht sonderliche störte. Einchecken etc. verlief auch ohne Probleme. Bei dem Gepäckcheck durfte man die Flüssigkeiten sogar im Rucksack lassen und es wurde im Allgemeinen viel ungenauer kontrolliert. So musste in München noch extra ein spezieller Test mit dem Buggy gemacht werden bevor wir durch die Kontrolle durften. Das hat in Kapstadt keinen interessiert. Auch das Tablet durfte im Rucksack bleiben. Hingegen einen Laptop hätten wir auspacken müssen.

Wir hatten noch Zeit Valentina mit dem Frühstücksbrei zu versorgen und die letzten Rand in Muffins umzuwandeln. Die Lufthansa streikte leider nicht, so dass der Flug pünktlich ging. Valentina hatte nun fast elf Stunden Spaß. Kein Wunder bei dem Programm: Start, Snack, Steward-Bespaßung, Mittagessen, Mittagsschlaf, Bespaßen von diversen Passagieren, Spaziergang im Flugzeug abwechselnd mit Mama und Papa, Erkundung diverser Knöpfe am Platz und Tippen auf das Unterhaltungsgerät am Platz.

Die Reise ist leider vorbei was bleibt sind Eindrücke.

Südafrika – zumindest die Garden Route – ist ein komisches Land. Ich tue mir schwer es einzuordnen und kurz zu beschreiben.

Es scheint so reich und ist doch so arm. Bettler, arbeitende Kinder, Penner- nahezu Fehlanzeige Es gibt so viele Schwarze und man sieht so viele weiße Menschen, obwohl es nur 8% sind. Die Besitzer von Geschäften, Restaurants und Unterkünften sind weiß, doch die Angestellten (Nanny, Gärtner, Putzfrau, Köchin, Hausangestellte, Bedienung oder einfach Mädchen für alles)  sind schwarz. Es ist auch DSC_1271viele Jahre nach dem Ende der Apartheid immer noch die Trennung zu spüren. Es gibt die Viertel für die Weißen, wo die Schwarzen arbeiten und es gibt die Townships für die Schwarzen. Jedes Viertel ist für die Sicherheit mit Mauer und Stacheldraht umbaut, bei den Weißen ist es mit einem Tor verschließbar und wird von einem Schwarzen bewacht. Allerdings dürfen sie sich frei bewegen.

Ein weiterer Widerspruch ist es, dass es so viel Grün entlang der DSC_1274Garden Route gibt und nur ein paar hundert Kilometer weiter die Halbwüste Karoo und dann das Weingebiet. Wo auch immer wir in besser mit Wasser versorgtem Gebiet wir waren wurden Felder dauerbewässert. Gleichzeitig wiesen in den Unterkünften Schilder auf die Wasserarmut im Land hin.

Etwa 40% der Fläche ist Northern Cape  aber nur etwa 2 % der Bevölkerung Leben dort.

DSC_1278Es gibt Sonne und Regen, Pinguine und Affen, graue Eidechsen und grüne Geckos, Meer und Berge auf kleinem Raum. Große Städte und kleine Dörfer, dazwischen trockenes und grünes Niemandsland, ungepflegte Autos und nagelneue SUVs.

Leckere Steaks und Burger und auch sonst sehr gutes Essen, wenn auch manchmal doch etwas scharf.

Überall begegneten uns sehr freundliche und hilfsbereite Leute, egal ob Schwarze oder Weiße. Nicht nur in Geschäften hatte man ein lächeln für uns auch so auf der Straße. Wir wurden sogar von einer Frau in Kapstadt gefragt, ob wir etwas bestimmtes suchen, nachdem wir so suchend mit Stadtplan da standen.

Das alles haben wir nur in einem kleinen Teil des Landes und hauptsächlich im Süden gesehen und erlebt. Das hat aber Lust auf mehr gemacht und es gibt sicher noch viel zu entdecken in den restlichen Teilen Südafrikas.

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