Hallo liebe Leut!
Cuenco hab ich dann am nächsten Tag (leider) verlassen. Es ist echt ne schöne Studentenstadt, wo was los ist und man es trotzdem ruhig angehen lassen kann. Ich hab am Abend auch noch ein Restaurant gefunden, deren Besitzerin ne Schweizerin ist und so hab ich Rösti gegessen. Swizzerdeutsch gehört derzeit, neben Englisch und Spanisch, zu der Sprache die ich lerne 😉
Dann gings aber weiter nach Riobamba, was nur eine Zwischenstation sein sollte und auch nur eine solche war. Denn die Stadt ist jetzt wirklich nicht schön und hat bis auf einen Aussichtspunkt, wo man wenn man nicht gerade so wie fast nur Wolken sieht, die höchsten Berge Ecuadors sehen sollte, nicht wirklich was zu bieten. Ein paar Kirchen gibt es noch, und weil Sonntag war, waren die auch auf, allerdings bin ich immer mitten in den Gottesdienst reingekommen – was nicht auffällt, denn die Türen sind auf und es herrscht ein reges kommen und gehen. In einer bin ich dann hängen geblieben, weil ich eh noch warten musste. Und das war etwas sehr seltsam, zwischendurch fragte ich mich ob das tatsächlich ein katholischer Gottesdienst ist, aber es waren Nonnen da und so war ich wohl richtig. Später erfuhr ich, dass es ein Krankengottesdienst (jeder bekommt die Hand aufgelegt und der Pfarrer sagt irgendwas, außerdem „beschwören“ einem noch die Messhelfer) war. Außerdem noch ein Muttertagsgottesdienst: Blumen, besser gesagt Gestecke, werden mitgebracht und gesegnet. Nebenbei hat sich der Pfarrer noch gerne singen gehört, immerhin konnte er es. Und nach der Kommunionausteilung wurde noch die Monstranz angebetet. Tja nach 2 Stunden (ich bin ja wohl gemerkt, mal wieder zu spät gekommen, aber noch relativ am Angang) bin ich dann doch gegangen! Und habe mich auf den Weg nach Baños gemacht.
Am ersten Tag machte ich mich mit nem Australier auf den Weg auf einen Vulkan. Wir haben lang überlegt, denn das Wetter war nicht so toll. Aber nachdem es zu Regnen aufhörte und auch begann aufzuklären gingen wir los! Erst fuhren wir 7 km Taxi und dann gingen wir in die Richtung, die der Taxifahrer uns sagte. Nachdem wir aber 15 Minuten nur bergab gegangen sind fragten wir doch mal Feldarbeiter, die uns „gnädigerweise“ den ganzen Weg zurück schickten! Dann waren wir aber auf dem richtigen Weg, hätten besser gleich dem Schild glauben sollen. Und umso höher wir kamen, umso dichter wurde der Nebel und umso mehr regnete es. Und so waren wir nach 3 Stunden am Ziel und sahen … Nichts! Wir konnten nicht einmal den Rauch vom Vulkan sehen! Also gingen wir, besser gesagt, rutschten, schlitterten,… im Matsch, runter. Jetzt gab es auch kein Taxi und so machten wir uns auf auch das ganze letzte Stück zu gehen. Zum Glück kam nach ca. 1 Stunde ein Pick-Up der uns ein großes Stück hinten mitfahren ließ. Nach 8 Stunden waren wir dann ziemlich dreckig! ! ! zurück in unserem Hotel, wo ich dann auch ziemlich bald ins Bett fiel.
Am nächsten Tag wollte ich dann nach Salasaca und Pelileo. In Pelileo gibt es Jeansfabriken und in Salasaca unterstützt die KLJB DAH eine Schule. Ok auf nach Salasaca. Eigentlich sollte der Bus da durchfahren, doch an einer Kreuzung hält er und meint ich soll zu Fuss in den Ort gehen. Also gut. Das „ist nicht weit“ war dann 45 Minuten! Dabei wollte ich doch möglichst alles mit dem Bus machen, weil ich den Vortag doch etwas in meinen Beinen spürte. Aber ich hatte eine nette Frau mit ihrer Spindel als Wegbegleitung. Ich erfuhr auch gleich, dass es 3 Schulen gibt – hm welche ist es nun??? Immerhin hatte mir unsere Kontaktperson (Padre Ignacio) nicht geantwortet. Also gut ging ich zum Haus von Alfonos – er zeigt Touristen laut meinem Reiseführer das traditionelle Weben. Naja ich war wohl seit langem der erste Tourist der sich zu seinem Haus „verirrte“. Ich war dann etwa 2 Stunden bei ihm und seinen webenden Kindern und er erzählte mir die ganze Geschichte (mit div. Jahreszahlen), diverse Probleme,… von Salasaca. Es war wirklich interessant. Und wir kamen auf die Schule zu sprechen – die er kannte, weil seine Kinder dort waren. Und so beschloss er, dass wir hingehen. Padre Ignacio war leider nicht da, sondern in Riobamba. Aber ein anderer Padre – und dieser hat ein Straßenkinderprojekt in Ambato, das ich mir anschauen sollte und dann auch wollte. Weil ich aber nicht wußte wo es war, kam verdammt schnell Schwester Narzissa mit ihrem Auto angeflogen und packte mich ein. Ab zum Projekt mit der „eilenden Nonne“. Die ersten Gebäude sah ich im Laufschritt. Dann bekam ich was zum Essen (zig mal besser als in HVCA) und weiter gings im Sauseschritt. Ich konnte auch die Volunteers aus Italien kennenlernen und half ihnen ein wenig bei der Hausaufgabenbetreuung. Ein wenig hat mich das alles an eine Fernsehserie im Ersten oder Sister Act erinnert. Nach 3 Stunden in einem dem ersten Eindruck nach gut durchorganisierten Projekt machte ich mich wieder auf den Weg nach Baños. Doch wo ist nur die Busstation nach Baños? Eigentlich war ich an einem Terminal, doch dort wusste niemand so recht ob hier nun die Busse abfahren oder nicht. Dann hieß es ich muss zu nem anderen. Von „das ist gleich um die Ecke“, „du musst nen Bus nehmen, aber ich weiß nicht welchen“, „warte an der Ecke, da kommt er vorbei“ bis hin zu „das ist weeeeeiiiiit“ bekam ich alles zu hören. Und so machte ich mich zu Fuß auf den Weg. Meistens ist weit für unsere Verhältnisse nicht wirklich weit. Doch diesmal war es tatsächlich weit. Ich lief und lief und dachte ich komm gleich an, aber das war dann nach 1 1/2 Stunden! So sah ich doch noch was von der Stadt, wenn auch nur die Randbezirke. Und ich war auch nicht allein, denn immer mehr suchten den Bus – überwiegend Ecuadorianer. Nach ner Stunde Busfahrt, war ich dann wieder, wenn auch ohne Jeans, zurück. Am Abend gingen wir (d.h. Engländer, Australier, Franzosen und ich) mal wieder richtig (seit langem das erste mal) zum Tanzen. Und diesmal hatte ich zum ersten Mal richtig gute Salsalehrer.
Ja und jetzt mach ich mich auf den Weg in den Urwald. Mal schaun wie weit ich komm.
Viele Grüße
Vroni