Erst mal an alle: Alles gute zum Valentinstag, oder wie man das sagt.
Hier in Peru ist der Tag verdammt wichtig. Seit Tagen wird von nichts anderem mehr geredet, Gedichte, Lieder,… per email versendet und heute Abend wird als Hoehepunkt weggegangen. Da bin ich ja mal gespannt. Ansonsten verbringe ich meine Werktage weiterhin mit Behoerdengaenge.
Am Freitag hab ich das erste mal Kunst unterrichtet. Wir haben einen Geburtstagskalender gestaltet, d.h. ich hab die Kalenderblaetter gemacht und die Kinder das ganze kuenstlerisch verschoenert. Ja und ich war das erste mal bei dem Workshop „insisdencia political“ dabei. Dabei sollten die Profes lernen, welche Methode es gibt, seine Meinung in der Politik durchzusetzen, v.a. was Umweltthemen angeht. In der Theorie klingt das alles wunderbar, und fuer uns Deutsche sollte das meiste auch selbstverstaendlich sein, aber hier ist die Praxis noch sehr fern. Was hilfts von Recycling zu sprechen, wenn noch nicht mal jeder den Muell zur Muellabfuhr bringt? Und doch die meisten (v.a. auf dem Land) es bevorzugen, den Muell irgendwo hin zu schmeissen oder zu verbrennen. es gibt wohl sogar eine Recyclinganlage hier in huancavelica… aber die ist geschlossen.
Am Abend war ich dann wieder mit Mary, Santurnino und Angel beim tanzen. Dabei habe ich drei Franzosen kennengelernt, die gerade auf der Durchreise nach Ayacucho waren. Das war super lustig. Wir haben uns eben auf „Franzoesischspanisch“ und „Deutschspanisch“ und „Englischspanisch“ unterhalten. Am Samstag Nachmittag war bei Angel’s Schwester ein Fest wegen dem Hl. Fabian und Hl. Sebastian. Es war wohl jeder geladen, den man irgendwann einmal kennengelernt hat. Sogar eine Kapelle war da, unter deren Musik meine Ohren mal wieder etwas litten. Eine typische peruanische Kapelle besteht aus Schlagzeug, Geige, sowas wie ne Harfe, und jede Menge Saxophon (von Alt bis Bariton). Liebe Saxophone der Stadtkapelle, falls ihr das hier jetzt lest: Ihr macht richtig gute Musik, und ich freu mich schon wenn ich eure klaenge wieder hoeren darf;-) Zum Essen gab es auf dem Fest natuerlich auch: Tomatensuppe mit Kohl und einen Teller mit allem: Fleisch, Kohl, Kartoffel, Gelbe Rueben, Apfel, Suesskartoffel, Reis, Mais. Gedauert hat das ganze wohl bis tief in die Nacht. Wir mussten allerdings um 17 Uhr beim Radio ( sein, denn da sind wir jeden Samstag auf Sendung.
Am Sonntag sind wir (Franzosen, Santurnino, Angel, Marz und ich) dann wieder zur Carretera de Caballos. Und sind von dort zu einem Wasserfall gewandert. Das war wirklich sehr schoen, aber man merkt irgendwann tatsaechlich dass die Luft duenner ist. Gegessen haben wir im Auto unseren mitgenommenen Reis und Haenchen. Nachdem es dann doch erst frueher Nachmittag war und die Rennen erst 2 Stunden spaeter begonnen haben, sind wir dazwischen nochmal nach Huancavelica. Dadurch hatten die Franzosen und ich die Gelegenheit auf den Markt zu gehen. Den Abend haben die Franzosen und ich dann auf meinem Zimmer verbracht. Montag Abend war ich mit den Franzosen Essen und danach ein wenig in der Disko, um ihren Abschied zu feiern. Und so bin ich jetzt wohl vorerst wieder er einzige Europaeer in ganz huancavelivca.
Also dann bis zum naechsten Mal
Viele liebe Gruesse