Hallo liebe Leut!
Meine letzten Tage standen mal wieder ganz im Zeichen der KLJB. Jetzt denkt ihr euch vielleicht, wie das möglich ist, wo ich doch soweit weg bin. Ja es ist möglich, denn auch in Peru, besser gesagt in Buena Fè gibt es KLJB (hier heisst es allerdings JARC). Außerdem wohnt hier die Lateinamerikakoordinatorin Carol, bei der ich freundlicherweise wohnen durfte.
Kaum war ich angekommen gings auch gleich los. Wobei die Busfahrt (mal wieder 6 Stunden) schon etwas seltsam war. Es fing in Arequipa schon gut an, als ich ne 3/4 Stunde auf den Bus wartete. Das kam bis jetzt tatsächlich noch nie vor. Dann kam endlich ein Bus – aber ein Liegebus. Ich hatte aber nur für einen normalen Bus bezahlt, also wusste ich erstmal nicht genau ob ich jetzt mitfahren darf oder nicht, immerhin kostet der das dreifache. Nachdem ich 3 Leute gefragt hatte, bin ich eingestiegen. Die Zahl 3 ist immer ganz wichtig: Wenn man nur 2 frägt hat man meist 2 verschiedene Auskünfte, egal ob es um nen Weg, um das nächste Klo, um die Dauer einer Busfahrt, etc. etc. geht. Jedenfalls sollten wir um halb 8 dann in Nasca ankommen. Um kurz nach 6 weckt mich auf einmal eine Frau und meint, dass wir jetzt schon in Nasca wären. Das konnte ich dann auch erstmal nicht glauben, denn 1 1/2 Stunden zu früh ankommen, das hat es auch noch nie gegeben. Aber ich stieg dann doch mal lieber aus – und es war tatsächlich Nasca. Also musste ich auf Carol warten, die dann aber auch pünktlich um halb 8 kam. Komischerweise erklärten sie ihr, dass der Bus noch nicht da ist. Vielleicht war ich ja doch im falschen Bus, aber bequem war’s und wir haben uns gefunden.
Dann gabs erst mal in Carol’s Haus Frühstück und den ersten Ratsch über das Thema KLJB und alles was dazu gehört. Danach gings zur ersten Dorferkundung.
Buena Fè ist ein kleiner Ort mit 150 Häusern. 1996 war der Ort von einem schweren Erdbeben betroffen, woraufhin fast alle Häuser abgerissen werden mussten. Bei den neuen Häusern sind nun Wohnzimmer, Küche und 1 Schlafzimmer aus Ziegelsteinen. Der Rest ist meist noch aus den vom alten Haus übriggebliebenen Adobe-Steinen. Wasser gibt es in dem Ort nur in der Früh um 6 für eine halbe Stunde, die man dann damit verbringt diverse Wassergefäße aufzufüllen. Ansonsten gibt es noch 3 kleine Tante-Emma-Läden und einen netten Plaza.
Am Nachmittag traf ich dann gleich mal ein paar Jugendliche der Ortsgruppe, die mir 2 Nasca-Linien zeigten: Webstuhl und Spirale. Die Nasca-Linien sind ca. 30 cm tiefe Rinnen in der Erde, die wenn man sie aus der Höhe betrachtet riesige Figuren ergeben. Es ist schon erstaunlich, dass die Linien die aus der Zeit vor Christus stammen, immer noch bestehen.
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Am Abend war dann ein Treffen der ganzen Ortsgruppe (22 von 29 waren da) in der Kapelle, die aus Schilf gebaut ist. Wir tauschten uns über KLJB und JARC aus.
Den nächsten Vormittag verbrachte ich in der Schule, in einem Kindergarten und in Inicial, was für 1 bis 3 jährige ist. Es war wirklich interessant zu sehen, dass sie hier ab 1 Jahr richtig spielerisch gefördert werden und die Zeit nicht nur mit spielen verbringen. Bereits die Kleinen lernen Basics wie „oben, unten, rechts, links“ oder die Grundfarben. Im Kindergarten kommt dann einfaches Rechnen bis 20, geometrische Figuren und das schreiben von Vokalen und einfache Wörtern dazu.
Mittag sind wir dann Ceviche-Essen gegangen: roher Fisch mit Zwiebeln und Aji-Zitronen-Sosse. Schmeckt tatsächlich!
Am Nachmittag führte mich die JARC (2 studieren Tourismus) zu den Aqädukten. Diese Wasserleitungen aus der NASCA-Kulturzeit ist bis heute nahezu die einzige Wasserversorgung für die Gegend. Die Leitungen leiten das Wasser aus den Anden nach Nasca. In der Region regnet es, wenn man alles Wasser zusammenzählt, 2 Tage im Januar oder Februar. Dementsprechend ausgetrocknet ist der Fluss. Kurioserweiser gibt es ein Hotel mit Schwimmbad! Als Archäologe hat man in dieser Gegend auf jedenfall seinen Spaß. Ungefähr alle 5 Meter findet man Keramikreste aus der damaligen Zeit. Außerdem konnte ich Baumwollpflanzen kennenlernen und div. Früchte frisch vom Baum probieren. Am Abend waren wir am neuen Plaza in Vista Alegre (5 Minuten mit Taxi) und für die meisten war es das erste mal dass sie dort waren. Auch hier gibt es wie am Plaza von Nasca einen Springbrunnen. Allerdings nur möglich, weil daneben eine „Wasserleitung“ liegt.
Den gestrigen Vormittag verbrachte ich mit Carol und ihrer Mama im Haus, und am Nachmittag war ich mit einigen in einem archäologischen Museum. Am Abend war dann meine Verabschiedung, zu der jeder Kekse, Bonbons,… zum Teilen mitbrachte. Bevor ich um halb 11 mit Carol in Richtung Lima aufbrach.
Hier bin ich nun und werde voraussichtlich bis Sonntag bleiben.
Ich wünsch euch eine schöne Zeit.
Viele Grüße
Vroni