Largo Titicaca

Hallo liebe Leut!

Viel ist passiert in letzter Zeit und somit ist es mal wieder Zeit mich bei euch zu melden. Ja soviel, dass ich nahezu keine Zeit fand in ein Internetcafe zu gehen. Aber jetzt wo ich noch 1 Stunde auf meinen Rueckflug nach La Paz warte und mich endlich mit der Tastatur, die auch hebraeisch schreiben kann, zurecht finde, kann ich euch von meinen Erlebnissen berichten. Also gut. cusco wisst ihr ja noch. Von dort aus ging es nach Puno. Die Stadt an sich ist nicht sehr sehenswert. Aber war auch nicht mein Ziel. Ich wollte auf die Inseln weshalb ich eine 2-Tagestour mitmachte. Erst ging es zu den Uros. Das sind aus Schilf gebaute Inseln. Es gibt wohl 40 davon, und nahezu jede wird taeglich von Touristenschiffen angefahren! Dann kann man sich vielleicht vorstellen wie touristisch das ablaeuft. Beim Aussteigen stehen Kinder bereit, singen ein Begruessungslied und die Frauen rollen ihre Verkaufsstaende aus. Die Kinder wollen sich fotografieren lassen, aber anschliessend sollte die Bezahlung folgen. Es gibt eine kurze Belehrung anhand eines Modells wie man solche Inseln baut, und kurzer Bericht was typisch fuer diese Inseln ist. Dann hat man kurze (Kaufs-)Pause bevor man die Moeglichkeit hat, mit einem Schilfboot weiterzufahren. Dabei gehr es dann auf einmal um Dollarpreise, aber man muss ja nicht alles mitmachen. Und auf die naechste Insel bin ich auch mit dem gebuchten Schiff gekommen. Von den Uros ging es weiter zur Insel Amantani. Die war fast gar nicht turistisch. Wir wurden auf Familien aufgeteilt, wo man die Nacht verbrachte und die fuer uns gekocht haben. Nach der Ankunft haben Rike und ich erstmal mit der Tochter Janet-Alisa Volleyball gespielt und ich habe ihr Uno beigebracht. Das Kind hatte zuvor noch nie ein Kartenspiel gesehen. Dem entsprechend schwer war es mit der Konzentration und alleine das Austeilen musste erstmal beigebracht werden. Das Mittagessen war Quinua-Suppe und Kartoffel mit Spiegelei. Am Abend sind wir auf den Berg „Pachamama“ gestiegen, von wo aus ich meinen ersten Sonnenuntergang in Peru geniessen konnte. Kaum zurueck gab es wieder Quinua-Suppe und Gemuese-Tortilla mit Reis. In der Nacht traf sich die gesamte Reisegruppe in einer Halle, wo eine Fiesta war. Jeder wurde von der Familie mit der traditionellen Tracht ausgestattet – alleine schafften wir Frauen es nicht uns anzuziehen! Die Frauen trugen 2 Roecke, dabei der schoen bestickt unter dem nicht so schoenen! und eine weisse bestickte Bluse. Die Maenner einen Poncho. Ausserdem spielte eine Band nationale Lieder und somit wurden meine Erinnerungen an HVCA wieder wach. Am naechsten Tag gabs zum Fruehstueck Pfannkuchen! Wann hatte ich die zum letzten Mal? Und dann gings auch schon auf die Insel Taquille (nicht mit Tequilla verwechseln!) Die ist dann doch wieder typisch touristisch. Wir sind zum Marktplatz gegangen was nichts anderes als ein Verkaufsmarkt war und anschliessend haben wir noch Fisch gegessen. Auf der Insel muessen die Maenner ihre Muetzen selbst stricken, und wenn sie einen weissen Zipfel haben ist der Mann noch Single. Je nachdem wo der Zipfel haengt ist er aber schon vergeben oder noch solo. Umso schoener gestrickt umso begehrter ist der Mann! Ansonsten beschaeftigen sich die Einwohner auf beiden Inseln mit Landwirtschaft (Getreide, Mais, Gemuese, Kartoffel) und Artesania (also strick-, Haeckel-, Stickware, Schmuck,…) Auf Taquile gibt es keine Tiere und auf beiden Inseln gibt es wegen dem Wind kein Obst. Nach noch einer gezwungenen Nacht in Puno ging es weiter nach Copacabana (Bolivien) – dem wohl bekanntesten Wallfahrtsort von Suedamerika. Bitte berichtigt mich, falls das nicht stimmt, aber sie haben mir das ziemlich ueberzeugend erzaehlt. Wir waren passenderweise am Karsamstag dort. Den Tag haben wir aber wieder mal zum Organisieren einer Tour verbracht. Mit organisieren von irgendwelchen Busfahrten geht generell zimelich viel Zeit drauf. Aber wir hatten auch Zeit die „Grenzstadt“, die auch nur aus Tourismus besteht zu erkunden. Das ueber die Grenze fahren war auch sehr witztig. Alle muessen aus dem Bus aussteigen. Dann erst zur peruanischen Polizei um sich einen Stempel abzuholen, den ich komischerweise nicht brauchte. Dann in ein anderes Buero um den Zettel mit dem Stempel abzugeben, dann ca. 50 Meter zu Fuss ueber die Grenze (wo uns Schafe begegneten) und zur bolivianischen Polizei um das bolivianische Visum zu holen. Wir waren auf dem Kalvarienberg, von dem aus man eine tolle Aussicht ueber die Stadt hat und ich war in der Osternacht in der Kathedrale. Ich kam mir eher vor wie in einem Jugendgottesdienst mit all den rhythmischen Liedern der Band. Der Bischof hat immer wieder zum Klatschen animiert. Am Sonntag waren wir dann auf der Isla del Sol beim Wandern. Und am Abend sind wir noch nach La Paz weitergefahren. Alles weitere folgt wenn ich wieder Zeit habe.

Viele liebe Gruesse an alle und ich moecht mich nochmal fuer die Zahlreichen Geburtstagsgruesse bedanken! Veronika

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