Huancavelica

Hallo Freunde!

Wir haben nun also die ersten Tage in Huancavelica schon hinter uns. Leider funktioniert das mit dem Foto-online-stellen nicht, so dass ihr weiterhin nur Texte lesen könnt.

Am Mittwoch Abend waren wir dann noch typisch Pollo (Brathänchen mit Pommes) essen und haben dann tatsächlich noch Julio getroffen. Wir sind ein bißchen durch die Straßen gezogen und haben dabei zufällig Karina und Angel getroffen. Die beiden sind auch ehemalige NATs, also Freunde von mir. Karina und Angel haben mittlerweile einen Sohn (Jihm), der 2 Jahre alt ist. Dazu aber später mehr.

Am Donnerstag in der Früh haben wir uns wieder mit Karina getroffen. Sie war auf die Minute pünktlich! Wir sind zuerst in die „Markthalle“, wo Christian sich doch ein wenig vor den bereits geschlachteten Hähnchen ekelte, weil die Füße noch dran waren, die Hunde in den Ständen rumgelaufen sind und die auf den Boden gefallenen Reste gegessen haben. Ich fand das ja schon etwas amüsant. Dann sind wir zu Karina nach Hause gelaufen. Das war etwa 1/2 Stunde… wobei wir uns hier im Schneckentempo bewegen, was aber das typische peruanische Spazierverhalten ist. Wir liefen fast bis zum Haus auf geteerter Straße, worüber ich sehr erstaunt bin. Schliesslich kenne ich Huancavelica noch mit mehr unbefestigten Straßen als befestigten. Aber die Wahlen stehen vor der Tür! Auf dem Weg besuchten wir den Friedhof. Im neuen Friedhof gibt es nur noch Wände (vgl. unsere Urnenwände), allerdings werden da Särge reingeschoben. Im alten Friedhof schaut es noch so aus wie in Spanien oder Italien, also die Särge obenauf. Karina erklärte uns dann auch, dass sie die Gräber kaufen, allerdings nur einmalig bezahlen müssen. Um so weiter unten in der Wand der Sarg ist, umso teurer ist es.

Um zu Karinas „Haus“ zu gelangen mussten wir einen unbefestigten Weg hochsteigen, um anschließend über eine Hühnerleiter zu dem Zimmer zu gelangen. Mehr als ein Zimmer (ca. 20 qm, befestigter Sandboden) ist es nämlich nicht, in dem Karina, Angel und Jhim „hausen“. In diesem Zimmer befindet sich alles: 1 Bett (1,40 m breit), ein 3-türiger Schrank, die „Küche“, viel Plane gestapelt – wo ich nicht weiß was darunter ist und ein kleines Regal. Wichtig ist aber der kleine flimmernde Fernseher und die gar nicht so alte Stereoanlage – dafür hängt ein Stromkabel quer durch das Zimmer. Klo gibt es keins! Sie gehen normalerweise den Hang einfach weiter hinauf. Ich durfte das „Klo“, ein Plumpsklo von der Nachbarin, direkt hinter dem Haus, benützen. Karina ist derzeit Praktikantin, denn sie wird Sekretürin. Angel arbeitet irgendwo auf dem Land und säht Quinua (eine Getreideart) an. Karina hat noch 6 Geschwister, wobei der jüngste Bruder ca. 4 Jahre alt ist. Ihre Mutter ist Hausfrau und Mama, ihr Vater Straßenbauarbeiter, wobei er nur für den Presslufthammer zuständig ist. Als wir da waren, durften wir Jihm und 2 Schwestern (Rosa, Evelyn) kennenlernen. Warum wir das jetzt so ausführlich beschreiben, hat einen Grund: Wir beide sollen Taufpaten für Jhim werden. Hoffentlich klappt es morgen, nachdem es eigentlich heute schon stattfinden haette sollen.

Anschliessend sind wir mit Rosa durch Huancavelica gefahren (mit dem Taxi) und gelaufen. Dabei wurden uns so Fragen gestellt wie: Haben wir in Deutschland auch einen Fluss? Wie sind die Berge in Deutschland? In Deutschland ist alles ganz sauber, oder? Gut, dass wir ein Fotoalbum dabei haben und das herzeigen konnten. Das haben wir dann gemütlich auf einem Plaza gemacht. Letztendlich nicht nur für Rosa sondern auf einmal umgeben von vielen Kindern. Dann kamen noch so Fragen wie: Wenn es in Deutschland soviel Schnee gibt, sind bestimmt viele Deutsche sehr krank?

Am Abend sind wir dann noch für heute Obst einkaufen gegangen, da wir zusammen mit Saturnino nach Antacocca fahren wollten, um dort Kinder zu besuchen. Wir haben 50 Mandarinen und 50 Bananen für 20 Sol (5 Euro) auf dem Markt gekauft und diese Holzkiste dann ins Hotel gebracht.

Nach dem Einkauf haben wir uns dann auf die Suche nach einem Restaurant gemacht um endlich Abend zu essen (es war ja schon 20.00 Uhr). Nach kurzem Aufschub, da wir uns noch mit Julio und Miguel (auch ein NATs Kind) getroffen haben, sind wir dann mit den beiden zum Chinesen gegangen. Das ganze nennt sich ein Chifa-Restaurant und ist ja laut den Peruanern nicht chinesisch, sondern peruanisch. Wir beide hatten Nudeln und Reis mit Gemüse und Fleisch, was aber einwandfrei chinesisch aussah. Danach haben wir uns noch zwei Kannen Coca-Tee kochen lassen (nein wir sind noch nicht suechtig :-)) und dann gings ab ins Bett.

Viele Grüße
Vroni und Christian

Nach oben scrollen