Fussball-Brot-Kuchen

Hallo liebe Leut!

So ein Mist, jetzt war ich gerade mit dem Text fertig, und als ich speichern wollte kam eine Fehlermeldung und alles war weg. Die vergangenen Tage standen unter den Themenschwerpunkten Fussball und Brot! Ich verbrachte fast jeden Vormittag auf dem Fussballplatz, weil derzeit ein Tunier von der Polizei veranstaltet wird. Der Sieger darf nach Ayacucho, der Zweitplazierte nach Huancayo. Mit der U 12 stehen wir im Halbfinale (bei 30 Mannschaften!), die U 14 ist leider im 1/8-Finale ausgeschieden. Die U12 musste im 1/4-Finale immerhin gegen die Mannschaft der Sportakademie antreten, die wohl beste Mannschaft. Apropo Fussball: Das einzige was ich bis jetzt in der peruanischen Zeitung ueber Deutschland gefunden habe, war wann der F.C. Bayern verloren hat. Die Nachmittage verbrachte ich mit Brot, das eher suesse Semmeln sind. Erst bin ich im Auto mitgefahren, das die Geschaefte in den weiter entfernten Stadtteile anfaehrt und anschliessend half ich in unserem Geschaeft. Das Auto-Mitfahren hat zwei Vorteile fuer mich: Zum einen bekomm ich einen besseren Einblick in die Baeckerei zum anderen seh ich HVCA (Huancavelica). Die Baeckerei laeuft taeglich besser. Wir produzieren taeglich etwas mehr als am Tag zuvor und sind trotzdem frueher ausverkauft, als noch letzte Woche. Die letzten Tage hatten wir nicht einmal mehr Brot fuer unser eigenes Geschaeft. Am Mittwoch hatte Santurnino Geburtstag. Deshalb haben wir Profes mit ihm am Dienstag reingefeiert. Erst waren wir Chicharron-Essen, was in Oel gebratenes Fleisch mit Kartoffeln ist, anschliessend in einer Karaokebar. Bereits am Nachmittag hatten wir eine lecker aussehende Torte gekauft. Ja doch sie war ganz gut, aber bestand aus fast genauso viel suesser! Sahne wie Teig. Am Mittwoch-Mittag gab’s dann ein Festessen fuer uns Profes: Alpakafleisch mit Reis. Ja ich weiss es war Aschermittwoch, aber dafuer gibt es sonst nie nennenswert Fleisch, ausser wenn ich Essen geh Haehnchen. Am Nachmittag gabs ein Blech Biscuit mit Sahne fuer die Kinder. Und am Abend war ich mit seinen Soehnen Pabel und Gandi, seiner Tochter Liliana und seiner Tante, die extra einen 10-stuendigen Fussmarsch auf sich genommen hat, beim Essen. Ich hab auch was ohne Fleisch bestellt, aber „ohne Fleisch“ heisst wohl „mit ein bisschen Haehnchen“! Danach war ich mit den Profes noch ein wenig weg. Ihr wisst gar nicht wie lustig es sein kann und wie lange es dauert 6 Flaschen Bier zu kaufen! Erst muss man ein Geschaeft finden, das Bier verkauft. Dann wollte ich aber Flaschenbier und kein Dosenbier. Bis wir das passende Geschaeft gefunden haben waren wir in 5 anderen! Doch dann war die Verkaeuferin (eine ca. 70-jaehrige Oma) sichtlich ueberfordert den Preis auszurechnen. Sie wusste es fuer eine Flasche, aber doch nicht fuer 6! Und dann hatte ich ja auch kein Leergut, so dass sie das Pfand noch dazu rechnen musste. Das ganze hat dann etwa eine halbe Stunde gedauert, denn sie glaubte Jorge und mir den Preis trotz Papier nicht (der es am Ende doch war). Donnerstag war dann mein Fastentag, wir hatten naemlich kein Wasser und konnten somit nicht kochen. Fuer mich war das jetzt kein allzu grosses Problem, ich hab mir Obst und Brot gekauft und bin am Abend Essen gegangen. Doch fuer die Kinder gab es nur in Oel gebratenen Mais (aehnlich Popcorn). Am Freitag war mal wieder Kunst angesagt. Die Kinder sollten mit Wasserfarben das Papier mit verschiedenen Mustern, Formen,… bunt gestalten. Damit waren sie sichtlich ueberfordert, weil das kein konkretes Thema wie „Male deine Familie“ war. Obwohl ich ihnen ein Beispiel zeigte, und Karina es ihnen nochmal erklaerte, haben oder wollten sie es nicht verstehen. Es ist in Peru nicht ueblich frei, ohne konkretem Thema, kreativ zu sein, und zum anderen malen sie fast nie mit Wasserfarben. Heute (Samstag) dann war „Tag der Reposteria“. Wir wollten um 9 Uhr mit dem Backen des deutschen Kuchen beginnen. Doch der Ofen, indem auch das Brot gebacken wird, war bis halb 2 belegt. Somit mussten wir bis dahin warten. Die Zutaten haben wir bereits gestern gekauft, was sich als gar nicht so einfach entpuppte. Es gibt verschiedenes Mehl – ich weiss bis jetzt den Unterschied nicht, und hab vermutlich einfach mal das teuerste und somit feinste gekauft. Mandeln gab’s auch keine gemahlen. Wir haben im Haus aber so nen Mixer, warum wir den nicht hernahmen weiss ich nicht. Stattdessen haben wir mit Hilfe einer Flasche und einer „Teig-Press-Maschine“ die Mandeln gemahlen. Warum es keinen Rum zu kaufen gibt, wo es doch ueberall Rum zu trinken gibt, weiss ich nicht. Vanillezucker gibt es nicht, nur Aroma und Backpulver wohl nur in einem Geschaeft in ganz HVCA. Die Butter ist verdammt salzig, gut dass ich etwas mehr Zucker gekauft hatte. Das einfachste war die Schokolade. Jetzt musste die Butter erstmal mit der Hand schaumig geschlagen werden, warum wir nicht die Kuechenmaschine verwendeten, weiss ich nicht. Dann die ganzen anderen Zutaten dazu. Weil sich Peruaner, v.a. Peruanerinnen aber nicht anstrengen wollen, und die Kinder natuerlich nicht die Kraft haben, hab das ueberwiegend ich gemacht und jetzt eine Blase an der Hand:-( Aber der Teig wurde was, und somit ab in den Ofen, der gerade 180 Grad hatte. Ich wollte 170, aber das war nicht moeglich, somit war es dem Kuchen etwas zu warm und er war bereits nach 1/2 Stunde (statt Stunde) fertig. Weil auch staendig geschaut wurde, ob er was wird ist er etwas eingefallen. Wir haben den einen Kuchen mit Schoko besetrichen und noch warm gegessen. Er war tatsaechlich lecker, wenn auch durch die ganze Schokolade ziemlich suess. (Der andere ist fuers Buero.) Na gut, soweit dann mal wieder die neuesten Nachrichten aus Peru.

Viele Gruesse und noch nen schoenen Sonntag.

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