Hallo ihr Lieben!
Nun war ich also doch in Arequipa. Nach vielem hin und her habe ich mich dazu entschlossen, dass ich mir die Zeit nehme. Und im nachhinein weiß ich: es war gut so, und ich hätte mir noch mehr Zeit nehmen sollen. Die Stadt ist echt super schön, soweit man in insgesamt 8 Stunden eine Stadt beurteilen kann. Wohl nicht umsonst wird sie auch weiße Stadt genannt und die gesamte Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe. Es war wohl das erste Mal in Peru, dass ich einen Drogeriemarkt vgl. mit einem Müllerladen, und richtige Boutiquen gefunden habe. Ja die Stadt macht nicht nur den Eindruck als wäre es mit die reichste Stadt in Peru, sie ist es auch. Aber wie schon gesagt viel Zeit konnte ich leider nicht dort verbringen, denn der eigentliche Grund für Arequipa war auch der Colca Canyon. Dorthin machte ich eine 2-Tages Tour.
Ich sags euch, hab ich nen Schrecken bekommen, als ich feststellte, dass das eine richtige Touri-Bustour ist. Ich dachte an gemütliches Collectivo oder Jeep fahren. Aber gut jetzt saß ich mittendrin. Erster Halt an einem Lebensmittelmarkt – nein nicht ein typischer Kleiner Tante Emma Laden, für uns Touris musste schon ein gut sortierter Markt her. Anschließend wurde einige male wegen Vicuñas gehalten. Das sind so ähnliche Tiere wie Lamas und ich weiß nicht wie viele ich davon schon gesehen habe. Jedenfalls stieg die Touristenherde jedes mal aus, machte unzählige Fotos und weiter gings. Nachdem dritten Mal durfte ich zum Glück feststellen, dass ich nicht die einzige war, die das doof fand. Aber nun fingen wir an wegen Lama und Alpakas zu halten, die ja nun jeder der ca. 1 Woche in Peru unterwegs ist, schon gesehen hat. Aber es ging zum Glück auch da wieder weiter. Aber es wurde erstmal nicht besser: Weil wir uns auf 4900 Meter begeben wollten, hielten wir an einem Restaurant um Coca-Tee und div. Coca-Produkte kaufen zu können – dabei durften natürlich die unzähligen Frauen mit ihren Alpaka-Waren nicht fehlen. Die findet man an jedem irgendwie ersichtlichen Touriort. Der Ausflug in die Höhe, wegen dem der Coca-Aufwand betrieben wurde, entpuppte sich als 10-Minuten Aufenthalt an einem Mirador. Von dort aus konnte man diverse Vulkane, die bis zu 6000 Meter hoch sind erblicken. So und der letzte Stop war dann beim Mittagessen in Chivay, wo wir auch den restlichen Tag verbrachten. Wir begaben uns in ein Touristenlokal, und bezahlten den dreifachen Preis wie normal. Dafür kamen wir in den Genuss 2 Stücke einer Folkloregruppe zu hören. Nach etwas Dorferkundung, das bis auf einen Plaza nichts zu bieten hat, machten wir (2 Holländerinnen, 1 Kanadier und ich) uns zu Fuß auf den Weg zu Thermalquellen. Der 10 Minutenweg entpuppte sich als eine Strecke, für die man mind. 1 Stunde brauchen würde. Zum Glück kam aber unser Tourbus mit den „Gehfaulen“ nachgefahren und sammelte uns nach 1/2 Stunde wandern ein, so dass wir auch noch in den Genuss der Quellen kamen. Diese entpuppten sich als Schwimmbad sogar mit Poolbar. Es war dann aber doch so schön (v.a. wegen dem warmen Wasser, bei 15 Grad Außentemperatur), dass wir gar nicht mehr gehen wollten, und der Bus 1/2 Stunde auf uns (wir haben uns um 1 Peruaner und 2 Engländerinnen erweitert) warten musste. Den Abend verbrachten wir erst wieder in einem Touristenlokal, diesmal aber mit einer „Folkloreshow“, die somit den überteuerten Preis etwas rechtfertigte. Dann begaben wir uns in ein Irish-Pub und später noch in eine Disko.
Um 5 war die Nacht zu Ende – weil der Guide der anderen Gruppe die Zimmer verwechselte und somit einfach alle Gruppen aufweckte. Aber wir wollten ja schließlich auch los, um Condore und den Colca Canyon zu sehen. Aber bis wir dort waren, waren wir noch in einigen Dörfern, wo jedes mal Kinder in ihren Trachten herumliefen um sich gegen Geld fotografieren lassen mussten, oder wie eine Spielmannsuhr bei Geldeinwurf einen typischen Tanz aufführten. Ich schaute mir dann doch immer lieber die Kirchen an, um diesem Touri-Theater ein wenig zu entgehen. Dann kamen wir aber endlich zum Canyon, der angeblich der tiefste der Welt ist, also tiefer als der Grand Canyon. Und somit auch zu den Condoren, die sich zu unserem Glück auch zeigten. Es ist schon gigantisch, wenn diese Vögel mit bis zu 3 Meter Flügelspanne über einen schweben. Wir schauten dieser Vogelshow, die aber doch ganz echt war, ca. 1 Stunde zu, bevor es wieder zurück nach Chivay ging. Dort sollten wir wieder für 15 Sol ein Mittagessen einnehmen. Diesmal ein Buffet, das aber nicht sehr groß war. Somit boykottierte die gesamte Gruppe das Essen und suchte sich etwas typisches für 5 Sol. Dann gings auch schon schnurstracks (3 Stunden Busfahrt) zurück nach Arequipa. Dort genoss ich nochmal ein wenig das Treiben am Plaza und wir ließen es uns in einem Nobelrestaurant am Plaza schmecken. Bevor ich mich in der Nacht auf die 10 Stundenfahrt nach Nasca begab.
Hier bin ich nun – genauer gesagt in Buena Fe – ein kleines Kaff unweit von Nasca, wo Carol (Lateinamerikavorsitzende der KLJB) wohnt. Hier werde ich den heutigen und morgigen Tag verbringen, dann melde ich mich wieder. Dann wohl schon aus Lima.
Also somit wünsche ich euch wieder schöne Tage. Hoffe ihr habt so traumhafte Wetter (endlich Sommer, endlich kurze Sachen) wie ich.
Viele Grüße
Vroni