Hallo liebe Freunde!
Heute darf ich selbst mal wieder ran. Wir sind endlich in Huancavelica angekommen. Wer schon die Berichte von Südamerika 2007 gelesen hat, stellt fest, dass das der Ort ist in dem ich damals 2 Monate gearbeitet habe. Aber jetzt erstmal zu der Zeit zwischen Lima und Huancavelica.
Wir sind in der Früh um 7:45 in Lima weggefahren. Dafür mussten wir schon um 6:45 Uhr da sein. Eigentlich wollten wir schon 6:30 Uhr fahren, aber wie es so war haben wir uns im Hotel zu lange aufgehalten und dann war auch kein Taxi vor der Tür wie die Tage davor. Also haben wir gewartet und eins gefunden, das noch dazu billiger war als uns am Tag zuvor gesagt wurde. Wir kamen pünktlich an. Da wir mit „Cruz del Sur“ gefahren sind, was die Nobel-Busklasse schlechthin ist, kommt man sich vor wie an einem kleinen Flughafen. Erst an den Schalter zum Einchecken, dann zur Gepäckabgabe und dann warten bis der Aufruf kommt. Bevor wir einsteigen durften, wurde erst noch ein kurzer Blick in das Handgepäck geworfen. Da wir scheinbar wie Touristen ausschauen mussten wir keinen Ausweis herzeigen, so wie die Peruaner. Dann ging´s pünktlich los. Es war wie im Flugzeug. Erstmal die Einweisung wegen der Gurte und der Notausgänge. Fehlte eigentlich nur noch die Schwimmweste und die Sauerstoffmaske. Die Sitze konnte man weiter zurueckstellen als in einem Flugzeug.
Wir fuhren ca. 8 Stunden und es wurde immer höher. Zumindest an der Stelle wo man mal kurzfristig auf 4.900 Meter ist, wären die Sauerstoffmasken dann doch ganz brauchbar gewesen. Wir merkten beide die Höhe sehr wohl und so entschlossen wir uns doch für eine Nacht in Huancayo (3.200 Meter) zu bleiben. Am Busbahnhof hat uns gleich ein Guide aufgegriffen. Typisch peruanisch – sehr hilfsbereit. Mit ihm sind wir dann erst ins Hotel „Los Balcones“ weil ich da 2007 schon war, doch mitlerweile ist auch in Peru die Preiserhöhung angekommen und so war es uns zu teuer. Zum Glück wusste unser Guide Marco ein billigeres, fast genauso gutes um die Ecke wo wir die Nacht verbrachten. Ich führte Christian zum ersten mal in ein typisch peruanisches Restaurant, wo man also für ein Menü (Suppe, Hauptspeise und Tee) zwischen 6 und 9 Sol (also 1,50 – 2 Euro) zahlt. Die Suppe bestand aus Rinderbrühe, ein kleines Stück Fleisch (mit mehr Knochen als Fleisch) schwamm darin, 2 Stück Kartoffel und ein bisschen Reis war drin. Ausserdem gabs das erste mal Hähnchenschenkel mit Reis und Pommes – recht trockene Angelegenheit. Dann eben Mate de Coca, den wir uns dann gleich noch in unsere Thermoflaschen abfüllen haben lassen.
Heute Früh waren wir schon viel fitter und so machten wir uns auf den Weg mit dem Taxi zum Busbahnhof. Diesmal war alles nicht mehr so komfortabel. Der Taxifahrer meinte, dass wir 6 Stunden bräuchten, aber bereits nach 4,5 Stunden hatten wir die 150 Kilometer bewältigt. Und es ist mittlerweile tatsächlich alles geteert! Im Bus fuhren auch Sachen wie kleine Babykatzen, ganz viel Gemüse- und Obstsäcke und ein ganzes Gerüst mit. Die Katzen waren oben – sonst würden sie ja ersticken, und haben immer wieder miaut. Während der Fahrt kamen wir uns eher vor wie auf einer Kaffeefahrt. Wir wurden über Ostheoporose aufgeklärt und was man dagegen tun kann aufgeklärt. Zum Beispiel irgendsoein Mittelchen nehmen – das der natürlich verkauft hat, und die Peruaner sofort gekauft haben. Probieren hätten wir es natürlich auch können. Ausserdem gibts eine Salbe die gegen alles hilft und ein Bonbon, das wohl die Darmbakterien tötet und verhindert wenn man es regelmaessig nimmt.
Angekommen haben wir ein Tricicletta gechartert und sind damit die 1,5 Kilometer ins Zentrum gelaufen, bzw. unser Gepäck ist gefahren. ER hat auch noch gewartet und ist mit uns von Hotel zu Hotel, weil auch da uns das erste zu teuer war. Nach einer kurzer Pause haben wir zufällig Saturnino (meinen damaligen Chef) getroffen, der uns dann natürlich alles erzählt hat… zum Beispiel warum in dem Raum, indem ich früher meine Gruppenstunden abhielt, jetzt ein Internetcafe ist.
So und jetzt werden wir mit ihm Essen gehen. Und mal schauen ob wir uns dann auch noch kurz mit Julio treffen.
Viele Grüße
Vroni und Christian