Abschied von Südamerika

Hallo liebe Leut!

Mittlerweile bin ich ja schon 2 Wochen wieder zu Hause. Aber ich will euch jetzt trotzdem noch von meinen letzten Tagen in Ecuador erzählen – und auch weil die Homepage vollständig sein sollte. Immerhin hab ich da ja doch noch so manches erlebt.

Ich war also von Sonntag Abend bis zu meinem Abflug am Freitag Spätnachmittag bei Schwester Sigmunda im Süden von Quito untergebracht. Sr. Sigmunda war vor langer langer Zeit in der KLVHS Petersberg (im LK Dachau) Lehrerin. Und nachdem meine Mama dort einen Kurs machte und sie somit kannte, war der Kontakt schnell hergestellt. Sr. Sigmunda hat in Quito ein Kinderheim aufgebaut, das mittlerweile selbstständig ist. Nun unterstützt sie noch eine Ganztages-Kinderkrippe, ein Gesundheitszentrum, ein Behindertenheim und viele bedürftige Menschen. Außerdem wohnen bei ihr 6 – 8 Jugendliche.

Ich wurde am Busbahnhof von Jugendlichen von Sr Sigmunda abgeholt und gemeinsam fuhren wir mit dem Taxi zu ihr. Dort wurde ich herzlichst begrüßt und wir aßen gleich alle zusammen zu Abend. Der Tag klang ruhig aus: die Jugendlichen schauten fernsehen und ich ratschte mit Sr Sigmunda.

Am Montag ging der Tag bereits um 6 Uhr an. Denn ich begleitete Sr Sigmunda zum Gottesdienst. Ich war sehr überrascht, dass die Kirche fast voll war – und nicht nur mit alten Leuten. Der Pfarrer war echt witzig. Er begrüßte das Volk mit einem frischen Guten Morgen und das Volk antwortete wie in der Schule. Sowohl bei den Fürbitten bekam jeder ziemlich unerwartet das Mikrofon unter die Nase gehalten, als auch bei den „Danksagungen an Gott“ musste jeder sehr spontan sein. Auch nach dem Evangelium durfte das Volk mitreden. Danach zeigte mir Sr Sigmunda das Centro Salud. In diesem gibt es Ärzte von den verschiedensten Fachrichtungen. Danach fuhr ich mit Juan, einem Jugendlichen der zufällig frei hatte in die Innenstadt, wo er ein perfekter Stadtführer war. Leider war das Wetter wie an all den anderen Tagen auch, nicht besonders schön, so dass ich den Vulkan nicht sehen konnte.

Am Dienstag war ich dann mit Sr Sigmunda erstmal wieder im Gottesdienst. Diesmal aber in einem Krankengottesdienst in der Kapelle von diesem Centro Salud. Anschließend bin ich mit Juan zum Äquator gefahren. Dort steht ein Wahrzeichen und jetzt kann ich sagen, dass ich in der Weltmitte war. Danach sind wir noch zu einem Krater gefahren. Das ist der einzige bewohnte Krater der Welt. Und schon war wieder ein Tag um.

Am Mittwoch bin ich schon früh morgens mit Juan nach Otavalo. Wir waren unter der Woche und es war wie jeden Tag ein riesiger Markt. Samstags soll er wohl noch viel größer sein. Nach 5 Stunden hatte ich alle Stände gesehen und wir sind mit vollbepackten Taschen wieder zurück gefahren. Für den Abend hatte sich Padre Ruben angekündigt. Um 22 Uhr kam er dann endlich. Padre Ruben kenne ich noch vom Weltjugendtag 2005 in Köln. Und dann ging alles ganz schnell und mal wieder super spontan. Ich war eigentlich total müde, aber er meinte er zeige mir die Altstadt bei Nacht. Und so stimmte ich dem Angebot zu. Wir fuhren zu seinem Haus, und da waren tatsächlich noch Jugendliche da. Wir fuhren zu einer Statue, von der aus man über ganz Quito sieht. War echt gigantisch eine 3,5 Millionen-Einwohner-Stadt von oben zu sehen – und das auch noch bei Nacht. Dabei wohnt mehr als die Hälfte in dem wesentlich ärmeren Süden. Darum sind auch die meisten Hilfsprojekte im Süden angesiedelt, aber leider ist auch die Kriminalitätsrate wesentlich höher. Ich muss sagen, ich war nach den 5 Tagen echt froh, dass ich anschließend noch alle meine Sachen hatte. Wir fuhren dann auch noch durch die Innenstadt und ich muss sagen: All die beleuchteten Plätze und Kirchen – echt toll.

Am Donnerstag durfte ich dann noch das Centro social besuchen. Das ist gleich neben dem Arco Iris, also dem Jugendhaus. Im Centro social sind vier „Krippengruppen“ eingerichtet, je nach Alter. Die Kinder können von 1 – 4 Jahre dort abgegeben werden, und sind von halb 8 bis halb 5 untergebracht. Die Einrichtung ist allerdings nur für die sozial-schwächsten, was auch von Sozialarbeitern überprüft wird. Ansonsten war ich den ganzen Tag mit packen beschäftigt.

Am Freitag gab es zu meinem Abschied Hähnchen mit Reis. Das gibt es nur Sonntags und an Festtagen. Dann musste ich mal wieder warten. Diesmal aber warten auf meinen Flug und auf meinen tatsächlichen Abschied von Südamerika. Der Flug ging von Quito nochmal in den Süden von Ecuador, an die Grenze zu Peru, nach Guayaquil und von dort quer über ganz Ecuador nach Madrid. Ja ich hatte somit die Gelegenheit nochmal alle Vegetationszonen von Ecuador zu sehen, und ein bißchen von Peru – auch wenn ich es mir vielleicht nur einbildete. Der Abschied fiel mir tatsächlich schwer. Aber eines Tages werde ich zurückkehren und all meine liebgewonnenen Städte wieder besichtigen. Und vor allem meine Freunde, zu denen hoffentlich der Kontakt nicht so schnell abbricht.

Ich sage hiermit zum letzten mal

Chau und Adios
Eure Vroni

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